Allgemeines

Unterrichtszeiten

Unterricht findet in der Regel montags bis freitags von 8:00 Uhr bis 15:30 Uhr statt. Auf diesen Zeit­raum verteilen sich durch­schnitt­lich 15 Doppel­stunden zu je 90 Minuten. Je nach Fächer­wahl und Stunden­plan können Sie also an einem Tag viel­leicht vier, an einem anderen nur zwei Doppel­stunden Unter­richt haben. Mittags­pause ist von 13:10 Uhr bis 14:00 Uhr, die Ferien entsprechen denen der allgemein­bildenden Schulen in Nord­rhein-Westfalen.

Fächerangebot

Am Siegerland-Kolleg werden insgesamt zwölf Fächer unter­richtet: Deutsch, Englisch und Latein (sprach­lich-literarisches Aufgaben­feld), Geschichte, Erd­kunde, Soziologie und Philosophie (gesell­schafts­wissen­schaft­liches Aufgaben­feld), Mathe­matik, Biologie, Chemie und Physik (mathe­matisch-naturw­issen­schaft­liches Aufgabenfeld) sowie Religions­lehre (ohne Zuordnung). Soziologie wird bei Bedarf auch in englischer Unter­richts­sprache angeboten.

Bildungsgang

Der Bildungsgang ist in Semestern (entsprechend Schul­halb­jahren) organisiert und gliedert sich in zwei Abschnitte: die Einführungs­phase umfasst die ersten beiden Semester, die darauf folgende Qualifikations­phase dauert – je nach an­gestrebtem Abschluss – in der Regel zwei (Fach­hoch­schul­reife) oder vier (Allge­meine Hoch­schul­reife) Semester. Falls wichtige Gründe vorliegen, können Sie Ihre Lauf­bahn auf Antrag um bis zu zwei Semester unter­brechen.

Laufbahnberatung

Semesterleiter und Koordinatorinnen helfen Ihnen bei allen Fragen rund um Lernen und Lauf­bahn – jeder­zeit im persön­lichen Gespräch, aber auch auf Veran­staltungen wie dem Semester­tag: Sie klären, ob Sie viel­leicht in ein höheres Semester einsteigen können, zeigen Möglich­keiten der fach­lichen Förderung oder der Verbesserung der Lern­techniken auf und beraten Sie regel­mäßig bei der Kurs­belegung und der Wahl der Abitur­fächer.

Besondere Lernangebote

Projektkurse

Projektkurse bieten Ihnen die Gelegen­heit, sich über den Zeit­raum von zwei Semestern eigen­ständig und eingehend mit einem Thema Ihrer Wahl zu beschäftigen – von der Planung bis zum vorzeig­baren Produkt. Dabei kann auch fach­über­greifend, kooperativ und prak­tisch-gestal­terisch gearbeitet werden.

Vertiefungskurse

Diese zusätzlichen Kurse in den Kern­fächern Mathe­matik, Deutsch und Englisch dienen vor allem der individu­ellen Förderung. Ohne Noten­druck können Sie hier in aller Ruhe zentrale Kompetenzen, Inhalte und Methoden – etwa zur gezielten Vorberei­tung auf die Abitur­prüfung – festigen und ausbauen.

Studienfahrten

Studienfahrten ermög­lichen ein anschau­liches und praxis­bezogenes Lernen vor Ort, stärken aber auch die sozialen Kompetenzen. Beispiele der jüngeren Zeit sind Sprach­reisen nach Paris und London, Exkursionen auf die Wart­burg und nach Xanten sowie Kurs­fahrten nach Rom, Marokko, Finn­land, Kroatien und in die Alpen.

Projekttage

Ein Windrad bauen, mit der Kolleg­band Musik machen, das Schach­spiel erlernen, sich im kreativen Schreiben oder als Redner versuchen – regel­mäßig statt­findende Projekt­tage bringen Abwechslung in Ihren Lern­alltag. Und wenn Sie Freude daran haben, anderen etwas beizu­bringen, bieten Sie einfach ein eigenes Projekt an …

Einführungsphase

Auf einen Blick

Ziel dieser Phase ist es, Sie auf die Anforde­rungen in der Qualifikations­phase vorzubereiten. Sie erwerben Grund­kenntnisse, trainieren metho­dische Fähig­keiten und kooperative Arbeits­formen. Der Unter­richt findet weit­gehend im stabilen Klassen­verband statt.

Die Kernfächer Deutsch, Englisch und Mathe­matik werden jeweils vier­stündig unter­richtet. Auf die rest­lichen Fächer – Latein, Geschichte, Erd­kunde, Biologie, Chemie und Physik sowie im zweiten Semester Philosophie bzw. Religions­lehre – entfallen jeweils zwei bis drei Wochen­stunden.

Mit Ausnahme von Soziologie lernen Sie damit alle Fächer kennen, die Sie auch in der Qualifikations­phase belegen können. So erhalten Sie eine verläss­liche Grund­lage für die spätere Kurswahl.

Am Ende des ersten bzw. zweiten Semesters entscheidet die Noten­konferenz, ob Sie in das nächst­höhere Semester aufgenommen werden können. Da für die Ver­setzung die drei Kern­fächer von besonderer Bedeutung sind, bieten wir bereits in der Einführungs­phase Vertiefungs­kurse in Deutsch, Englisch und Mathe­matik an, so dass Schwächen recht­zeitig beseitigt werden können.

Die zweite Fremdsprache

Am Anfang Ihrer Laufbahn am Kolleg stellt sich in der Regel auch die Frage, welche zweite Fremd­sprache Sie belegen sollten. Da keinerlei Vorkennt­nisse voraus­gesetzt werden, haben Sie grund­sätz­lich die freie Wahl. Einsteigern kann das Sieger­land-Kolleg derzeit aller­dings einzig Latein als zweite Fremd­sprache anbieten.

Für die Zulassung zum Abitur müssen Sie Grund­kenntnisse in einer zweiten Fremd­sprache nach­weisen. Dieser Nach­weis gilt bspw. dann als erbracht …

  • wenn Ihr Zeugnis des mittleren Schul­abschlusses (Fach­ober­schul­reife) eine mit wenigstens aus­reichenden Leistungen beurteilte zweite Fremd­sprache – etwa Französisch oder Spanisch – aufführt oder
  • wenn Sie am Sieger­land-Kolleg Latein durch­gängig vom ersten bis zum vierten Semester belegen und mit wenigstens aus­reichenden Leistungen abschließen.

Studierende mit Migrations­geschichte, die die Sekundar­stufe I einer deutschen Schule nicht von Beginn besucht haben, können außer­dem eine Fest­stellungs­prüfung in ihrer Herkunfts­sprache beantragen, um Kennt­nisse in einer zweiten Fremd­sprache nach­zuweisen.

Qualifikationsphase

Auf einen Blick

Ziel dieser Phase ist es, Sie zu befähigen, ein wissen­schaft­liches Studium – gleich, in welchem Fach­bereich – erfolg­reich absolvieren zu können.

In der Qualifikations­phase wird in einem Kurs­system aus Leistungs­kursen mit fünf und Grund­kursen mit drei Wochen­stunden gearbeitet. In den Grund­kursen erwerben Sie Basis­wissen, in den Leistungs­kursen setzen Sie sich inhalt­lich und metho­disch umfassender und gründ­licher mit den Themen auseinander.

Zu Beginn der Qualifikations­phase legen Sie die beiden Fächer fest, in denen Sie Leistungs­kurse belegen. Am Sieger­land-Kolleg werden Deutsch, Geschichte, Mathe­matik und Biologie als Leistungs­fächer angeboten. Hinzu kommen pro Semester sechs bis sieben Grund­kurse und – falls Sie mögen – im dritten und vierten Semester ein Projekt­kurs. Bei der Kurs­wahl können Sie individu­elle Schwer­punkte setzen, es sind aber auch bestimmte Pflicht­auflagen zu erfüllen. So müssen Sie etwa Deutsch, Englisch und Mathe­matik durch­gehend belegen.

In der Qualifikations­phase gibt es keine Versetzung: Sie steigen so lange in das nächst­höhere Semester auf, wie Sie aufgrund Ihrer Kurs­ergebnisse noch zur Abitur­prüfung zugelassen werden können. Unter bestimmten Umständen ist aber auch die frei­willige Wieder­holung eines Semesters möglich.

Schwerpunkte

Am Siegerland-Kolleg können Sie je nach Bega­bung und Nei­gung eigene Schwer­punkte set­zen. Bei­spiele für mög­liche Kom­bina­ti­onen aus Leis­tungs­kursen (LK) und Grund­kursen (GK) sind:

A

sprachlich-literarischer Schwerpunkt

Deutsch LK
Englisch GK
Latein GK
Soziologie GK in Englisch
Projektkurs in diesem Aufgabenfeld

B

gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt

Geschichte LK
Erdkunde GK
Religion GK
Soziologie GK
Projektkurs in diesem Aufgabenfeld

C

mathematisch-naturwissenschaftlicher Schwerpunkt

Mathematik LK
Biologie LK
Chemie GK
Physik GK
Projektkurs in diesem Aufgabenfeld

(Fach-)Abitur

Fachabitur

Die Fachhochschul­reife können Sie nach dem vierten, fünften oder sechsten Semester erwerben. Derzeit müssen Sie keine gesonderte Abschluss­prüfung ablegen. Ihre Note ermittelt sich aus den Ergeb­nissen in vier Leistungs­kursen und elf Grund- bzw. Projekt­kursen zweier aufeinander folgender Semester. Es werden also nicht alle Kurse berück­sichtigt, unter anderem die drei Kern­fächer sind aber in jedem Fall einzubringen.

Abitur

Die Abiturprüfung findet in vier Fächern statt: schrift­lich in den zwei Leistungs­kurs­fächern und einem dritten Fach, münd­lich in einem weiteren Fach. Dabei müssen unter den Abitur­fächern alle drei Aufgaben­felder und zwei der drei Kern­fächer vertreten sein. In Ihre Note der Allge­meinen Hoch­schul­reife fließen aber nicht nur die Ergeb­nisse aus der Abitur­prüfung ein, auch ein Groß­teil Ihrer Kurs­leistungen in der Qualifikations­phase wird berück­sichtigt.